Eine Frage der Ausgestaltung

 

Stellungnahme zur Straße „Im Schelk“

 

Grundsätzlich begrüßt unsere Fraktion den Ausbau von Fahrradstraßen als Instrument zur Stärkung des Radverkehrs und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Im vorliegenden Fall der Straße „Im Schelk“ sehen wir die Voraussetzungen hierfür jedoch nicht als ausreichend gegeben.

Die Straße wird bereits heute überwiegend durch Anliegerverkehr genutzt und ist faktisch keine Durchgangsstraße. Dies wird auch durch die vorliegenden Verkehrszahlen bestätigt. Gleichzeitig ist sie bereits Bestandteil des Radwegenetzes und erfüllt damit schon heute eine wichtige Funktion für den Radverkehr.

Die Einrichtung einer Fahrradstraße würde daher die bestehende Situation überwiegend formal aufwerten, ohne die Verkehrsstruktur oder die Verkehrssicherheit wesentlich zu verändern. Die typischen Vorteile einer Fahrradstraße – wie eine stärkere Priorisierung des Radverkehrs, klarere Verkehrsregelungen und eine Geschwindigkeitsreduzierung – entfalten an dieser Stelle nur einen begrenzten zusätzlichen Nutzen, da die Verkehrsbelastung bereits heute gering ist und überwiegend aus Anliegerverkehr besteht.

Vor diesem Hintergrund halten wir die Einrichtung einer Fahrradstraße in der Straße „Im Schelk“ derzeit nicht für erforderlich. Die hierfür vorgesehenen finanziellen und personellen Ressourcen sollten aus unserer Sicht vorrangig dort eingesetzt werden, wo ein größerer Beitrag zur Verbesserung der Radverkehrssicherheit und der Qualität des Radverkehrsnetzes erreicht werden kann.

Sollte neben der bereits in Prüfung befindlichen Graf-Adolf-Straße eine weitere Teststrecke für eine Fahrradstraße oder vergleichbare Maßnahmen vorgesehen werden, regen wir an, die Straße „Am Steinbruch“ in die Betrachtung einzubeziehen. Diese innerörtliche Straße ist bislang nicht ausgebaut und verfügt über keine befestigten Seitenbereiche. Radfahrende werden dort regelmäßig gezwungen, auf den unbefestigten Seitenstreifen auszuweichen. Zudem wird die Straße häufig als Ausweichroute in Richtung der Pfalzdörfer genutzt. Hier könnten bauliche und/oder optische Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie zur wirksamen Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit einen deutlich größeren verkehrlichen Mehrwert erzielen.

 

Stellungnahme zur Feldstraße (Fahrradstraße)

 

Grundsätzlich unterstützt unsere Fraktion die Einrichtung von Fahrradstraßen als geeignetes Instrument zur Förderung des Radverkehrs und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Im vorliegenden Fall lehnen wir die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Feldstraße jedoch ab.

Die Feldstraße ist eine außerörtliche Verbindung, die parallel zur Straße „Thabrauck“ verläuft. Aus unserer Sicht sollte künftig vielmehr die Straße „Thabrauck“ die zentrale Funktion für den Radverkehr übernehmen. Im Zuge der seit Jahren vorgesehenen Sanierung sollte dort eine separat geführte Radverkehrsanlage mitgeplant und umgesetzt werden. Eine solche Lösung wäre insbesondere für die westlich der Bahnstrecke wohnenden Bürgerinnen und Bürger sicherer, da das zweimalige Queren der Ardeyer Straße entfallen würde.

Vor diesem Hintergrund erschließt sich die Notwendigkeit einer zusätzlichen Fahrradstraße auf der Feldstraße nicht.

Zudem bleibt die Frage der Verkehrsverlagerung ungeklärt. Es ist nicht ausreichend dargelegt, welche Auswirkungen die Umwidmung der Feldstraße auf die Straße „Thabrauck“ hätte und ob diese den zusätzlichen Verkehr konfliktfrei aufnehmen kann, auch mit Blick auf den maroden Zustand!

Auch die Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Verkehr sind aus unserer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl hierzu bereits Hinweise aus der Praxis und der Öffentlichkeit vorliegen.

Darüber hinaus bleiben wesentliche Fragen der Netzkonzeption und Verkehrssicherheit offen, insbesondere hinsichtlich der Einbindung in das übergeordnete Radwegenetz sowie der Verkehrssituation an der Ardeyer Straße als zentralem Knotenpunkt.

Vor diesem Hintergrund halten wir die planerischen Grundlagen für nicht ausreichend belastbar und lehnen die Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Feldstraße in der vorgelegten Form ab. Stattdessen sollte die Radverkehrsführung entlang der Straße „Thabrauck“ vorrangig weiterentwickelt und im Rahmen der geplanten Sanierung eine sichere und leistungsfähige Radverkehrsanlage geschaffen werden.

Und wie bereits zur Straße „Im Schelk“ gesagt, wenn unbedingt eine Fahrradstraße im Westen, dann auch mal über das Westfeld nachdenken!

Kritische Fragen zur Feldstraße (Fahrradstraße)

Auch hier möchte ich vorab betonen, dass unsere Fraktion Fahrradstraßen grundsätzlich unterstützt, sofern sie einen erkennbaren Beitrag zur Verbesserung der Radverkehrssicherheit leisten.

Zur Feldstraße sehen wir jedoch noch Klärungsbedarf und haben folgende Fragen:

  1. Auf welcher Grundlage wird davon ausgegangen, dass die Straße Thabrauck den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann?
  2. Welche Auswirkungen auf den landwirtschaftlichen Verkehr wurden geprüft?
  3. Ist die Feldstraße aufgrund ihrer Steigung und Topographie für den Alltagsradverkehr – insbesondere für Kinder und weniger geübte Radfahrende – überhaupt geeignet?
  4. Warum endet die Fahrradstraße vor der Ortslage und nicht im sicherheitsrelevanten Bereich?
  5. Wie soll die Verkehrssicherheit an der Kreuzung Feldstraße / Ardeyer Straße gewährleistet werden?

Aus unserer Sicht sind diese Fragen bislang nicht ausreichend beantwortet, um die Maßnahme abschließend bewerten zu können.

 

Andrea Molitor ist Ratsmitglied und Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bauen und Mobilität.