Die Schulstraße ist nicht gescheitert – ihre Umsetzung ist unvollständig

Die Schulstraße im Westfeld wurde als Verkehrsversuch eingerichtet, um den Schulweg sicherer zu machen. Während der Sperrzeiten von 7:00 bis 8:00 Uhr sowie von 13:00 bis 16:00 Uhr ist die Durchfahrt nur für Anlieger erlaubt.

Bereits bei der Einführung wurden als ergänzende Maßnahmen eine bessere Beleuchtung beschlossen sowie Maßnahmen zur Einhaltung der Tempo-30-Regelung angeregt. Die Beleuchtung wurde umgesetzt, geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen wurden nicht angegangen.

Die vorliegende Evaluierung belegt aus unserer Sicht nicht, dass die Schulstraße gescheitert ist. Die Rückmeldungen der Eltern fallen unterschiedlich aus – einige sehen eine Verbesserung der Schulwegsicherheit, andere nicht. Ein eindeutiges Fazit lässt sich daraus gerade nicht ableiten.

Die Verkehrsdaten zeigen vor allem, dass die Regelung während der Sperrzeiten regelmäßig missachtet wird. Das ist in erster Linie ein Vollzugsproblem. Eine Verkehrsregelung kann ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie konsequent eingehalten und kontrolliert wird.

Aussagen darüber, ob sich die Sicherheit der Schulkinder oder ihr Mobilitätsverhalten tatsächlich verändert haben, enthält die Evaluierung hingegen nicht. Wie viel Kinder nutzen heute tatsächlich diesen Schulweg ?

Unsere Fraktion fordert daher:

  • die Umsetzung von Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung,
  • konsequente Kontrollen und Ahndung von Verstößen gegen Tempo 30 und das Durchfahrtsverbot,
  • um die die Akzeptanz der Regelung zu verbessern fordern wir eine Überprüfung der Sperrzeiten, sofern die Schulwegsicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Unser Ziel bleibt eine Straße/ Schulstraße, die Kindern einen sicheren Schulweg ermöglicht und zugleich die berechtigten Interessen der Anwohner berücksichtigt. Verbesserungsbedarf sehen wir deshalb nicht bei der Schulstraße selbst, sondern bei ihrer konsequenten Umsetzung.[

Andrea Molitor ist Ratsmitglied und Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bauen und Mobilität.